Fünf Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Innovations-Teams

Im Sport ist die Zusammensetzung eines Teams der entscheidende Erfolgsfaktor einer Mannschaft. Dies gilt auch im Unternehmenskontext: das Team ist essentiell für den Erfolg eines gemeinsamen Vorhabens. Rund ein Viertel aller Startups scheitern beispielsweise an dem falschen Team. Doch welche Faktoren spielen überhaupt bei eine Rolle bei der Teamzusammensetzung?


1. Mindset und Vision


Innovation bedeutet, Lösungen ausserhalb des Gewohnten zu finden. Diese abstrakte Tätigkeit ist mit einiger Unsicherheit behaftet. Denn sie erfordert, das man bestehende Glaubenssätze über den Haufen werfen muss und sich in unbekanntes Terrain begibt. Die Mitglieder eines Innovationsteams benötigen daher ein entsprechend flexibles Mindset. Die Bereitschaft, sich zu irren und Fehler als Möglichkeit zu lernen anzusehen ist essentiell, um mit diesen Ungewissheiten umgehen zu können.


Weiterhin ist es notwendig, dass sich die Teammitglieder von unbewusst vorhandenen Lösungspräferenzen und bestehende Meinungen befreien. Ansonsten können individuelle Interessen sowie kognitive Verzerrungen die Untersuchungsergebnisse beeinflussen. Diese Faktoren gilt es, so weit wie möglich auszuschließen.


Eine Vision hilft wesentlich dabei, das Team auf ein gemeinsames Innovationsziel auszurichten. Wie bei jeder Vision gilt es, dabei den Spagat zwischen Ambition und Glaubwürdigkeit zu schaffen. Eine wenig ambitionierte Vision wird weder Interesse im Team oder bei den Stakeholdern wecken, noch die Zielsetzung eines Innovations-Projekts emotional vermitteln. Ist der Anspruch eines Teams hingegen über-ambitioniert, besteht das Risiko, dass die Vision nicht ernst genommen wird.


2. Interdisziplinarität


Ein weiterer, wesentlicher Faktor für den Erfolg von Innovationsteams ist die Interdisziplinarität seiner Mitglieder. So hat eine interne Studie der Innovationsplattform Innocentive eingereichte Fragestellungen daraufhin untersucht, von wem diese beantwortet wurden. Das Ergebnis ist überraschend: eingereichte Fragen werden mit größerer Wahrscheinlichkeit von jemandem beantwortet, der kein Experte im jeweiligen Fachbereich ist, sondern in einem verwandten oder entfernten Fachbereich. “Je weiter das Problem vom Fachbereich des Lösungsfinders entfernt war”, erklärte der Studienleiter Karim Lakhani der New York Times, »desto eher konnte es bewältigt werden.” Die Chance, dass eine Aufgabe gelöst werden konnte, lag sogar 10% höher, wenn sich ein vollkommen Fachfremder damit beschäftigte!


Es ist also nicht nur aus unternehmenspolitischer Sicht sinnvoll, Innovationsteams interdisziplinär zu besetzen. Verschiedene fachliche Hintergründe erweitern die möglichen Perspektiven auf Lösungsansätze und tragen dazu bei, diese später auch erfolgreich im Unternehmen zu verankern.


3. Erfahrung und Knowhow


Teilweise werden Innovations-Teams nach dem Ansatz Köpfe statt Skills zusammengestellt. Was zählt ist weniger die individuelle Kompetenz, sondern vielmehr die Lust mitzumachen. Eigeninitiative und intrinsische Motivation sind nun zwar wichtige Treiber erfolgreicher Innovationsteams, können jedoch fehlende Erfahrung nicht wettmachen.

Die fehlende Erfahrung seiner Mitglieder kann in Innovationsteams zu Unstimmigkeiten, Verzögerungen oder gar einem Scheitern führen. Denn es macht wenig Sinn, von einem Team ohne den entsprechenden fachlichen Hintergrund erfolgreiche Innovationsarbeit zu verlangen. Als Faustregel gilt: Je breiter die Erfahrung, desto schlanker kann das Team sein. Ein kleines, erfahrenes Kernteam kann mögliche Erfahrungsdefizite dann durch den Einbezug von Experten und deren jeweiligen Sichtweisen (z.B. technische oder organisatorische Perspektive) ausgleichen.


4. Mandat und Kommunikation


Gerade in grossen Unternehmen laufen oftmals verschiedene Innovations-Projekte parallel. Ein klares und von der Unternehmensführung kommuniziertes Mandat unterstützt das Team bei der Durchführung eines Innovations-Projekts. Ein solch offizielles Mandat steigert zudem die Akzeptanz der Ergebnisse in der Organisation.


Ein zentraler Verantwortlicher im Team sollte weiterhin für die regelmässige und transparente Kommunikation der Fortschritte sorgen. Dies trägt in mehrfacher Hinsicht zu einer positiven Wahrnehmung des Innovations-Projekts bei:

  1. Transparenz und Offenheit verhindern eine Elfenbeinturmkultur

  2. Der Rückhalt des Teams wird bei allen Stakeholdern gefördert

  3. Widerstände bei und Konflikte mit Stakeholdern werden frühzeitig erkannt

  4. Das Innovations-Projekt gewinnt insgesamt mehr Aufmerksamkeit und Akzeptanz

Neben der Projektkommunikation gegenüber Stakeholdern ist es hilfreich, auch auf weiteren Kanälen wie z.B. einem internen Blog oder in Teamsitzungen laufend über den Projektfortschritt zu berichten. Dies erhöht die Sichtbarkeit und Transparenz des Projekts und seiner Ergebnisse.


5. Externes Knowhow


Sind die notwendigen Fähigkeiten bei den Mitarbeitern eines Unternehmens nicht vorhanden, sollten diese von extern eingekauft werden. Denn externe Mitarbeiter können Erfahrungslücken und fehlendes Know-how kompensieren. Die Grenzen beim Einsatz externer Mitarbeiter werden allerdings oft erreicht, wenn es um die Überführung einer Lösung in den laufenden Betrieb geht. Denn der Betrieb eines Produkts hängt stark von internen Gegebenheiten ab. Externe Dienstleister haben hier oftmals nicht den nötigen Einblick in die unternehmerischen Strukturen und Entscheidungswege. Und sie verfügen nicht über den notwendigen Einfluss in der Organisation, um eine erfolgreiche Übernahme von Projektergebnissen in den laufenden Betrieb sicherzustellen. Auch können wirtschaftliche Interessenkonflikte auftreten. Interne Mitarbeiter sollten also von Anfang an eine führende Rolle in der Lösungsentwicklung haben und auch für deren Einführung verantwortlich sein. Damit steigen die Erfolgschancen für eine reibungslose Umsetzung wesentlich.


Fazit


Eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren entscheidet über den Erfolg und die Umsetzungsstärke von Innovationsteams. Auf manche davon kann nur sehr wenig Einfluss genommen werden. Die Zusammensetzung eines Innovationsteams ist jedoch ein entscheidender Hebel für den Innovationserfolg. Hierauf sollte der Fokus gerichtet werden. Denn ein gutes Team kann auch unter ungünstigen Umständen beachtliche Erfolge erzielen, wohingegen ein unzureichend zusammengesetztes Team die gesetzten Ziele nur schwerlich erreichen wird.