6 Tipps für erfolgreiche Design Sprints

Diese Woche hatte ich die Gelegenheit, an einem zweitätigen Speed-Creation-Workshop teilzunehmen. In zwei Teams von insgesamt 8 Teilnehmern haben wir einen Lösungsansatz für eine Design Challenge aus dem Finanzbereich erarbeitet. Der finale Lösungsansatz ist noch in Bearbeitung, ich möchte aber gerne sechs Learnings aus den zwei Tagen teilen.

1.  Alle Teammitglieder einbeziehen

Immer wenn Menschen zusammenarbeiten finden sich in den Teams unterschiedliche Rollen wieder. Eine wichtige Aufgabe des Moderators/Facilitators ist es sicherzustellen, dass alle Teammitglieder gleichberechtigt zum Ergebnis beitragen. Nur so lassen sich alle Blickwinkel auf ein Thema berücksichtigen und sogenannte HIPPOs (highest paid person’s opinions) vermeiden.

2. Den Design Sprint sauber strukturieren

Ein erfolgreicher Design Sprint strukturiert alle notwendigen Schritte inklusive ausreichender Pausen. Dabei ist einerseits eine gewisse Flexibilität notwendig um auf unerwartete Änderungen reagieren zu können. Andererseits sollten jedoch Gruppendiskussionen über den nächsten, vermeintlich sinnvollen Schritt oder die Methodik vermieden werden. Sie benötigen einfach zu viel Zeit, die dann zur Erarbeitung der Lösung fehlt.

3. Den Zeitplan einhalten

Die Zeit für die einzelnen Arbeitsschritte im Design Sprint ist sehr knapp bemessen. Die erfordert, dass die Teilnehmer konzentriert zu arbeiten und Diskussionen zu verkürzen. Umso wichtiger ist die Einhaltung des zeitlichen Ablaufs um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Dabei helfen Tools wie beispielsweise der Time Timer oder – bei mehreren Teams – die Team-Timer-App von Dark Horses.

4. Den Lösungsansatz validieren

An einem gewissen Punkt wird die im Design Sprint erarbeitete Lösung mit „Nutzern“ validiert. In unserem Fall haben wir dafür Spontan-Interviews auf der Strasse durchgeführt. Wählt man diese Art der Validierung hat das Feedback der Interview-Teilnehmer zur eigentlichen Kernidee der Lösung höchste Priorität. Jede Frage im Interview muss also direkt auf diese Validierung einzahlen. Jede zusätzliche Frage benötigt dagegen Zeit im Interview und muss ausgewertet und interpretiert werden. Wenige klare Fragen, die dafür von mehr Teilnehmern beantwortet werden, sparen viel Zeit und führen zu eindeutigeren Ergebnissen.

5. Bewusst Unschärfen akzeptieren.

Aufgrund der knappen Zeit können nicht alle Fragen eines Design Sprints detailliert beantwortet und validiert werden. Schnelle Entscheidungen sind jedoch notwendig um überhaupt zu einem guten Ergebnis zu kommen. Daher müssen sowohl die Beteiligten als auch die Auftraggeber eines Design Sprints eine gewisse Unschärfe des Ergebnisses akzeptieren. Wichtig ist die korrekte Richtung in die zur Lösung der Problemstellung gearbeitet wird!

6. Straff moderieren

Zur Einhaltung der vorherigen fünf Punkte ist eine straffe Moderation und Führung des/r Sprint Team/s notwendig. Für den Moderator/Facilitator kann es hilfreich sein, zu Beginn des Sprints das formale Einverständnis aller Teilnehmer abzuholen dass er/sie diese Rolle entsprechend wahrnimmt. Dies steigert dessen Akzeptanz in der Gruppe und macht es einfacher, Diskussionen abzukürzen und Teams wieder auf das wesentliche auszurichten. Immer hilfreich hierzu: keep smiling!

Literatur

Die obigen sechs Punkte helfen bei der erfolgreichen Durchführung von Design Sprints. Noch mehr Tipps und Anleitungen finden sich in folgenden Büchern:

  1. Sprint: How to Solve Big Problems and Test New Ideas in Just Five Days

  2. Design Sprint: A Practical Guidebook for Creating Great Digital Products

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#DesignSprint #Innovation